Wenn Heilerinnen Heilung benötigen oder: Eine Ostergeschichte der anderen Art

Aktualisiert: 21. Apr 2019




Erkenntnisse meiner eigenen Heilungsgeschichte und der Versuch einer Definition von Geistigem Heilen:


Zehn lange Monate hat es gedauert, bis ich mich von meinem Verkehrsunfall erholt hatte. Die ersten Wochen konnte ich nichts anderes machen, als liegen. Gott sei Dank war Sommer (und was für ein Sommer!), so dass ich von meiner Familie wohl umsorgt auf der Terrasse liegend in den blauen Himmel schauen konnte. Wie ein Käfer auf dem Rücken hatte ich viel Zeit und Musse, dem Himmel nahe zu sein.

Dabei hat mich eine Frage immer wieder beschäftigt: Wie kann es sein, dass ich allen anderen helfen kann, mir selber aber nicht? Und wie soll ich das meinen Klienten erklären? Wie soll ich es ausdrücken, dass mein Körper und meine Seele verwundet sind und die beste Medizin Zeit fernab der Praxis ist?

Meine Berufung, Menschen zu helfen und mein Anspruch an mich, dies möglichst umfassend und verlässlich zu tun, standen in heftigem Gegensatz zu meinen körperlichen und emotionalen Möglichkeiten, die nur eine einzige Tätigkeit zuliessen: Da sein. Ich war ganz da, im jeweiligen Moment. Und habe nichts anderes getan, als zu sein. Den inneren Kampf, möglichst schnell wieder fit und einsatzfähig zu sein, habe ich schnell aufgegeben, zu klar waren die Signale meines Körpers. Der hat schon rebelliert, wenn ich versucht habe eine Karotte zu schälen…

Und so habe ich mit der Zeit gemerkt, dass Menschen in heilenden Berufen ihre Kraft nur bewahren können, wenn sie eigene Verletzungen ernst nehmen. Denn ich kann nur heilen, wenn ich selber heil bin. Was bedeutet «heil sein»?

Für mich ist es die Erkenntnis, sich und sein Innerstes zu schützen durch die liebevolle Zuwendung, die man sich selbst schenkt. Erst wenn man in der Lage ist, gut auf sich selbst aufzupassen, kann man Positives für andere bewirken. Und es ist so schön, Positives für andere zu bewirken!!

Wenn man weiss, dass in jedem Menschen und somit auch in sich selbst ein wunderbarer, göttlicher Kern ist, den es zu achten und zu ehren gilt, dann kann man andere Menschen an ihren eigenen göttlichen Kern heranführen. Darin sehe ich meine Aufgabe. Es spielt keine Rolle, ob ich mit einem sieben Wochen alten Baby oder einem über fünfzigjährigen Ingenieur arbeite – das Ziel ist es immer, das innere Licht wieder zum Leuchten zu bringen.

Geistiges Heilen bedeutet, die blockierenden Prägungen im Körper, im Geist und vor allem in den Emotionen zu lösen, so dass der Mensch sein Inneres frei in die Welt hinaus strahlen kann. Geistiges Heilen bedeutet somit auch, die Welt etwas heller zu machen. Oder man könnte sagen: Geistiges Heilen ist die stetige Auferstehung des inneren Lichts eines Menschen. Jeden Tag ein bisschen Ostern!


Ich freue mich sehr, ab Mai 2019 wieder für meine Klienten da zu sein und wünsche allen frohe Ostern. Herzlich, Sereina Heim